Im Herbst, wenn der Almsommer vorbei ist, werden Kühe und Kälber prachtvoll geschmückt ins Tal getrieben. In Berchtesgaden ist das abgesehen vom Geläut der Kuhglocken ein eher stiller Brauch des Danksagens, bei dem Gäste willkommen sind, bei dem aber die Tiere und die Bauernfamilie im Vordergrund stehen.
Wochenlang vorher sind die Sennerinnen damit beschäftigt, Fuikln herzustellen (von lat. furculum, die Gabel?). Die Äste kleiner Fichtenbäumchen werden kugelig nach oben gebunden und unter anderem mit Sternen aus Schaberbandln verziert, den eingefärbten Hobelspänen, die auch bei den Palmbuschen eine Berchtesgaden-typische Rolle spielen. Den festlichen Schmuck gibt es allerdings nur, wenn es im Laufe des Jahres weder beim Vieh noch in der Famile des Bauern einen Todesfall gegeben hat. Im einen Fall also ein Zeichen des Dankes und der Freude, im anderen ein Zeichen des Gedenkens. Besonders eindrucksvoll ist der Almabtrieb am Königssee, wenn die Kühe von der Salet mit Schiffen an die Seelände gebracht und erst dort geschmückt werden.
Mi 16.03.26
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