Manch einer, der ein altes Haus besitzt oder in einem alten Haus lebt, würde gern etwas über Entstehungszeit, Entstehungsumstände, Umbauten oder Vorbesitzer wissen. Doch wen fragt man, wo kann man nachlesen? All denen soll hier geholfen werden.
In der Gründungsgeschichte Berchtesgadens heißt es, dass der Talkessel bei der Ankunft von Propst Eberwin und seinen Gefährten im Jahr 1102 menschenleer war. In der Zwischenzeit gehen Historiker davon aus, dass es 100 bis 200 Jahre davor eine kleine Siedlung (lateinisch villa) gegeben hat. Eine dauerhalte oder saisonale Besiedlung in der Vorgeschichte wird für möglich gehalten, es gibt dafür aber keinen Beleg dafür, sondern nur Einzelfunde vermutlich durchstreifender Jäger und Fischer. Umso bedeutender sind zwei Depotfunde im Talkessel.
Die im Jahre 1888 eröffnete Bahnstrecke von Bad Reichenhall nach Berchtesgaden, für die die Berchtesgadener jahrzehntelang gekämpft hatten, war den nationalsozialistischen Machthabern schon lange nicht mehr gut genug. Um mit den sog. „Führersonderzügen“ nach Berchtesgaden zu gelangen, war ihnen die als „Nebenbahn“ klassifizierte Strecke ab Bad Reichenhall mit ihrer kurvenreichen Steigung zum Pass Hallthurm und den vielen unbeschrankten Bahnübergängen viel zu langsam.
Die genaue Entstehungszeit des Klosterbaches, eines künstlich angelegten Bachlaufs bzw. Kanals zur Versorgung des Berchtesgadener Stiftsareals mit Brauchwasser, lässt sich nicht recht eruieren, aber entsprechende urkundliche Hinweise finden sich seit 1567.
Vor 75 Jahren, am 25.4.1945, wurde der Obersalzberg bombardiert. Diesen Tag verbrachte Herbert Wurm aus München in Berchtesgaden. Er erlebte als 15-Jähriger die Bombardierung und hat uns seine Erlebnisse aufgezeichnet:
Wer sich mit heimatkundlich interessiertem Blick dem ehemaligen Hauptpostgebäude beim Berchtesgadener Bahnhof nähert, entdeckt unweit des Schnellrestaurant-Eingangs eine schöne Relieftafel: Überkrönt von einer Katze und dem Familienwappen prangt dort die Inschrift „Georg Geigendaller hat angefange den Bau 1570“. Wer war dieser Mann und von welchem Gebäude ist hier die Rede?
Die Erklärung großer Teile des „Landls“ zum königlichen Leibgehege brachte ab 1811 massive Einschränkungen für den aufkeimenden Tourismus. Die ungestörte Jagd stand in krassem Gegensatz zum Wunsch der Besucher nach ungehindertem Naturgenuss; so waren z.B. Wintertouren im Gebiet vom Hohen Brett bis in die Röth und nach Kühroint verboten. Es kam immer wieder zu Reibereien.
Unsere Berchtesgadener Heimat hat jede Menge historisch interessanter Besonderheiten zu bieten. Unter anderem den ältesten bis heute gültigen europäischen Staatsvertrag.
Johann Adam Klein, Maler und Radierer aus Nürnberg, reiste im August 1818 mit seinen Malerkollegen Johann Christoph Erhard, Ernst Welker und den Brüdern Friedrich und Heinrich Reinhold über Salzburg nach Berchtesgaden. Sie nächtigten im Leithaus zu fünft in einem Zimmer.
Die Bezeichnung Pfoad ist ein altes Dialektwort und bedeutet Hemd, in manchen Regionen beschränkt auf Trachenhemd. Es kommt vor in Südbayern, Österreich und Südtirol. Doch woher kommt dieses eigenartige Wort?
Die ehemalige Armeseelen-Kapelle - in heutiger Zeit würde man sie wohl zu den "lost places" in Berchtesgaden zählen wollen - befindet sich ziemlich genau unter der südlichen Apsis des Altarraumes der Berchtesgadener Pfarrkirche, und ist wohl auch um einiges älter als diese. Man geht von einer Erstehungszeit gleichzeitig mit der einst darüber befindlichen Anna-Kapelle um 1358 aus.
Wie lange brauchte eine Postkutsche im 19. Jahrhundert, um von der Ramsau nach Reichenhall zu gelangen? Wer mit offenen Augen durch die Ramsau geht, findet die Antwort unweit der dortigen Tankstelle: 5 Stunden. Diese Zeitangabe ist auf einer etwa eineinhalb Meter hohen Steinsäule, die bezeichnenderweise den Namen „Stundsäule“ trägt, eingraviert.
Mi 16.03.26
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