Die Villa Bayer gilt gemeinhin als schönste Polizeidienststelle Deutschlands. Ob das stimmt, sei jedem selbst überlassen. Ansprechend ist der Bau im Heimatstil des Historismus auf jeden Fall. Entworfen hat die Villa Bayer, und somit wahrscheinlich auch das Pförtnerhäuschen, Architekt Warschek 1874 im Auftrag des Prager Großkaufmannes Josef Bayer. Interessant ist das Pförtner- oder Bedienstetenhäuschen an der Bayerstraße, gleich gegenüber vom Haus der Berge.
Propst Gregor Rainer ließ 1510 die Sakristei an die Stiftskriche anbauen. 1710 stockte man den Bau auf, so dass es seitdem auch eine obere Sakristei gibt. Noch im gleichen Jahr stuckierte Josef Schmidt aus Salzburg die Decke und der Laienbruder Christoph Lehrl aus dem Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth malte praktisch in „Amtshilfe“ die stuckierten Felder unentgeltlich aus. Lediglich für die reichliche Verpflegung musste das Stift aufkommen.
Wer Ortsnamen wie Grüntegernbach oder Wasentegernbach hört oder liest, wird nicht unbedingt einen Zusammenhang mit Berchtesgaden erkennen. Doch wer ganz schnell „Nachhilfe“ bekommen möchte, der setze sich mit unserer Berchtesgadener Nachtwächterin Anna Glossner in Verbindung – sie stammt nämlich von dort und organisiert immer wieder einmal Theaterfahrten dorthin. Die Wasentegernbacher haben nämlich eine sehr aktive Volksbühne des Trachtenvereins.
Sie wird voll Stolz berichten, dass möglicherweise ihre Vor-Vor-Vorfahren als Pfleger in Diensten der Fürstpropstei Berchtesgaden standen und in der Wasentegernbacher Pfarrkirche St. Sebastian bestattet sind.
Die offizielle Geschichte Berchtesgadens beginnt mit dem Paschalis-Privileg von 1102, also vor gut 900 Jahren. Ein oder zwei Jahrhunderte davor wird über dem Priesterstein eine kleine Siedlung vermutet. Weiter zurück gibt es (bisher) keine Anzeichen dafür, dass der Berchtesgadener Talkessel dauerfristig besiedelt war. Doch zeigen ca. 50 Einzelfunde von der Jungsteinzeit (ab 2500 v.Chr.) bis in die frühe römische Periode (100 n.Chr.), dass das Tal zumindest zeitweise von Menschen aufgesucht worden ist. Einen weiteren Beleg zumindest für den zeitweiligen Aufenthalt von Menschen in der Vorzeit stellen einige Gewässernamen aus vorgeschichtlicher Zeit dar.
Ein Dug der Markterer
Mai 2023
Die Freinacht, also die Nacht vom 30. April zum 1. Mai, heißt im Berchtesgadener Dialekt Dugnacht.
Was ein Dug ist, wird wohl jede/r wissen, der/die in Berchtesgaden wohnt. Im Norden unseres Landes würde man wohl Streich odere Schabernack dazu sagen.
Kaiserin Auguste Victoria, die erste Gemahlin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. verbrachte den Sommer 1899 im Grand Hotel in Berchtesgaden, das nach Plänen von Architekt August Brüchle ein Jahr zuvor fertiggestellt und mit allem Komfort ausgestattet worden war.
Die Botaniker unter uns werden bei dieser Frage förmlich „aufblühen“; wenn sie an die zahlreichen Enzianarten denken, die in unseren Berchtesgadener Bergen erfreulicherweise noch anzutreffen sind. Andere wiederum denken sogleich an unser heimisches Destillat vom „Grassei“ und seinen Wahlspruch „Zeit lassen – Enzian trinken“.
Im September 1944 trafen sich zwei Schulfreunde aus Berchtesgaden in Berlin. Ein frohes Wiedersehen war es nicht. Denn Rudolf Kriß und Gottfried Rasp saßen sich im Volksgerichtshof gegenüber: Der Brauereibesitzer und Ethnologe Kriß auf der Anklagebank, der Kunstmaler Rasp als einziger Zeuge der Anklage. Das Urteil stand fest. Der berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler verurteilte Kriß zum Tode. Nur mit Glück wurde die Strafe kurz darauf in lebenslange Haft umgewandelt.
Am 25. September 1944 wurde Prof. Dr. Rudolf Kriss nach einer Denunziation durch den Berchtesgadener Maler Gottfried Rasp in Berlin zum Tode verurteilt (siehe Dies und Das: August 2023).
Selten wird eine Verstorbene so in ihrem Grabmal widergespiegelt, wie die Schriftstellerin Else Thomé. Die Autorin des Buches "Die Salzberger Schwalbengeschichte", das seinerzeit ein veritabler Bestseller gewesen war (heute antiquarisch z.T unter 10,- € erhältlich), starb vor 50 Jahren, am 3. Juni 1969.
Das Grabmonument von Propst Wolfgang I. Lenberger (1521 – 1541) befindet sich an der Südwand des Chores der Berchtesgadener Stiftskirche. Es wurde zu Lebzeiten des Propstes, also vor 1541 gefertigt, wie man am nachträglich eingetragenen Todesdatum leicht erkennen kann.
Bekannt über die Wechsel des Kriegsgeschehens im Zweiten Weltkrieg sind die Schlacht um Stalingrad und der D-Day, die Invasion der Alliierten in der Normandie. Weniger bekannt ist die Invasion im südlichen Mittelmeer. Nach der Niederlage der deutschen Wehrmacht unter Rommel in Nordafrika waren die Alliierten bis nach Tunesien vorgedrungen. Und von dort sind Alliierte und Wehrmacht davon ausgegangen, dass von Tunesien aus wegen der kurzen Entfernung eine Invasion in Sizilien den größten Erfolg versprechen würde. Und so war es auch.
Mi 16.03.26
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