„Unsere“ Schlafende Hexe kennt natürlich jeder – und nicht erst durch die prägnanten Beschreibungen der Bootsführer vom Königssee, die insbesondere den „spitzigen“ Busen ins Visier nehmen. Als „Schlafende Hexe“ bezeichnet werden die Rotofentürme, der östliche Ausläufer des Lattengebirges. Es handelt sich von Ost nach West um den Vorderen (1370 m), Mittleren (1396 m) und Hinteren Rotofen (1460 m).
Der Name Schlafende Hexe leitet sich aus dem Erscheinungsbild dieser Gebirgsformation ab: Es ähnelt dem Profil einer liegenden Frau. Die Form der Bergspitzen macht diese im Volksmund zu einer Hexe: die großen Rotofentürme als Kopf mit dem Kinn und der markanten Nase, auch Montgelas-Nase genannt als Anspielung auf die Form und Größe der Nase des Ministers von König Maximilian I. von Bayern. Der Mittlere Rotofenturm, auch Signalkopf genannt, bildet die Brust, den „Hexenbusen". Mit ein bisschen Fantasie kann man dann noch im weiteren Verlauf des Bergkamms die zusammengefalteten Hände und die Beine erkennen.
Aber neben der Erscheinungsform hat dieser sagenumwobene Berg eine weitere Besonderheit, die sicherlich noch nicht jedem bewusst geworden ist, sooft er auch hingeschaut hat. Ob man diese Bergformation nun vom Berchtesgadener Talkessel von südöstlicher Seite aus betrachtet oder von der Bad Reichenhaller nordwestlichen Seite: Beide Male bietet sich dem Betrachter das gleiche Bild! Wie viele Berge gibt es wohl, die von gegenüberliegenden Seiten aus betrachtet gleich aussehen?
Per-Aline Merz-Gödde
Mi 16.03.26
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